Überraschend wurde in der Gemeinderatssitzung am 25.03. bekannt, dass der Bauhof bereits die allermeisten Hundetoiletten abgebaut hat.
Welche Brisanz dieses Thema für die Schelklinger hat wird schon alleine dadurch klar, dass die Petition des Justinger Ortschaftsrats für den Erhalt der Hundetoiletten in 2 Wochen mehr als 400 Unterschriften sammeln konnte.
Wir, als Hundefreunde und Schelklinger Grüne, begrüßen jede Unterstützung dieser Petition:
Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen
Im Rahmen der Haushaltsentscheidungen wurde im allgemeinen Sparpaket auch der Haushaltposten für den Dienstleister, der die Hundetoiletten leert gestrichen.
Daraus abzuleiten, dass es die Intention des Gemeinderats war, den Abbau der Spender und der zugehörigen Mülleimer zu beschliessen ist eine sehr weit gehende Interpretation der Stadtverwaltung.
Übergehen eines Gemeinderatsbeschlusses?
Erst im vergangenen Jahr hatten wir uns ausdrücklich für einen Erhalt der Hundetoiletten stark gemacht. Die Verwaltung hatte bereits damals eine Beschlussvorlage zur Abschaffung gestellt.
Diese wurde glücklicherweise abgelehnt – die Hundetoiletten blieben erhalten.
Vollendete Tatsachen
Bei Beschlüssen zu Bänken an den Spielplätzen, der Verkleidung der Glasfasercontainer oder der beschlossenen Beschattung am Rathausplatz lässt die Realisierung seit langem auf sich warten.
Die Hundetoiletten hingegen waren in einem erstaunlichen Tempo beseitigt.
Die Entscheidungen der gewählten Bürgervertreter werden hingegen – höflich gesagt – hintenangestellt.
Auch die vom Stadtrat beschlossene, vierteljährliche Vorlage der Aktionsliste ist die Verwaltung entgegen ihrer Zusage seit 6 Monaten schuldig geblieben – geteilt wurde nur ein pixliger Screenshot mit 5 Punkten aus den „Sonstiges“- Tagesordnungspunkten.
Konstruktiver Vorschlag
Um schmerzhafte Einsparungen im Haushalt wird Schelklingen nicht herumkommen. Auch nicht die Hundhalter.
Allerdings ist der Ärger von dieser Seite durchaus verständlich, bei 120€* Hundesteuer im Jahr ist der Abbau der Hundtoiletten kaum zu vermitteln.
*und 240€ für jeden weiteren Hund – damit liegen wir schon für den Ersthund 20% über Münchner Verhältnissen. Oder andersherum gesagt: Schon mit der Steuer von 67 Hunden sind die Hundetoiletten vollständig finanziert!
Ein Päckchen Hundetüten kann notfalls jeder Hundehalter in der Tasche haben – und die Beschaffung scheint privat auch deutlich günstiger zu sein als durch die Stadt.
Allerdings bleibt der Bedarf an Abfallbehältern an den typischen Gassi-Routen. Hier muss es an den gewohnten und bewährten Stellen weiterhin Mülleimer für die Kotbeutel geben.
Es kann nicht das Ziel sein, dass die Hundehalter gezwungen sind, diese als „Stinkbomben“ in den Mülleimeimern neben den Sitzbänken zu entsorgen.
Da die übrigen Müllbehälter erhalten bleiben, kann es keine nennenswerte Kostensteigerung sein, im Zuge der üblichen Mülleimerleerung auch den Restmüll an den Hundetoiletten mit einzusammeln.
Unsere Forderung
- Die Entsorgungsstationen ohne Beutelspender wieder aufbauen.
- Sobald sich die Haushaltslage wieder entpannt, biologisch abbaubare Beutel an den Stationen zur Verfügung stellen.
Unterzeichner dieses Standpunkts:
Dominik Schrade-Köhn (Kernstadt),
Ulrich Kottke (Justingen),
Achim Stelzer-Roncoletta (Kernstadt),
Heidrung Nübling (Hütten)